Ciavaces - Abram Führe (VII)



Das Bauchgefühl war bereits bei der Anfahrt nicht soooo gut. Es musste doch ziemlich geregnet haben letzte Nacht in den Dolomiten. Große Pfützen und eine immer nasser werdende Straße je weiter wir in das Grödnertal hineinfahren lassen uns nichts Gutes ahnen in Hinblick auf unsere geplante Tour. Wir überqueren das Sellajoch und erkennen bereits in der frühen Dämmerung, ohne ordentlich die Umrisse der Wand sehen zu können, dass es große Wasserstreifen und ziemlich viele nasse Wandbereiche in der gesamten Ciavaces Südwand hat. An eine Micheluzzi mit ihrem berühmten Quergang, die wir eigentlich auf dem Plan hatten ist nicht zu denken.



Ein Alternativplan muss her. Da so gut wie die gesamte Wand kaum infrage kommt, wir wenig Lust haben in eine Bohrhakentour einzusteigen nur um eventuell abseilen zu können, falls es nicht mehr weitergeht auf der nassen Wand, ist unsere Wahl schnell getroffen. Die Abram Kante am rechten Rand der Wand schaut nicht nur trocken aus, sondern ist auch für unser Zeitlimit ideal, da wir nur den Vormittag zur Verfügung haben und später noch die Arbeit ruft.




Gleich vornweg, die Route ist nicht umsonst einer der größten Klassiker auf dem Ciavaces und dementsprechend beliebt. Unser Glück, dass es gerade mal 6 Uhr morgens ist, unter der Woche und keine Menschenseele weit und breit zu sehen ist. Wie denn auch um diese Uhrzeit und bei solch nassen Wänden. Unsere Motivation zu klettern ist definitiv groß und so stehen wir hier.




Die Route beginnt mit 2 Einwärmlängen im IV. Grad. Es folgen 2 anspruchsvollere V-er Längen bevor es in die Schlüssellänge geht. Eine kurze Seillänge die unter ein gelbes Dach führt und in einer Rechtsquerung an kleinen Leisten diesen steilen Wandbereich geschickt durchläuft. Die Länge ist mit VII bewertet und sehr gut abgesichert. Die wenigen Chalkspuren am Schlüsselzug beweisen, dass hier nur sehr wenige eine freie Begehung versuchen. Tatsächlich ist die Verlockung groß in die Schlingen zu greifen und den einen Zug zu überwinden. Am Ende bin ich aber doch froh dieser Versuchung widerstanden zu haben.



Es folgen danach wieder genussvolle und sehr schöne Seillängen die den IV. Grad nicht mehr übersteigen, trotzdem immer wieder steile und gutgriffige Passagen aufweisen. Ein Genuss zu klettern. Eine wirklich sehr schöne und absolut empfehlenswerte Route, die nicht umsonst so häufig wiederholt wird. Am Gamsband müssen wir gut sein lassen, obwohl die Route auch durch den oberen Wandteil bis zum Gipfel weiterführen würde.




Topo: Ciavaces - Abram (VII)



Quelle: Klettern in Gröden und Umgebung - Band 1 (Mauro Bernardi)

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Ciavaces - Abram Führe (VII-)
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Tags: Alpinklettern, Südtirol, Dolomiten, Sella, Ciavaces, Abram, Topo

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