Ciavaces - Schubert (VI-)



Klettern in der wärmenden Frühlingssonne und in bestem Fels. So könnte man das Klettern an den südlichen Wänden des Sellamassivs kurz und bündig beschreiben. Jedoch verläuft die Wand auch genau oberhalb der Passstraße über das Sellajoch.



Die Passstraße ist bei Autofahrern und Motorradfahrern, die das Wochenende gerne in den Dolomitenpässen spazieren fahren, enorm beliebt. Der Lärm der Motoren ist in der Wand dermaßen laut, dass man die Seilkommandos des Kletterpartners meist nicht mehr versteht.




In diesem Jahr ist jedoch alles anders. Die aufgrund ihres kurzen Zustiegs, dem festen Fels, den Routen in allen Schwierigkeitslagen und der sonnigen Ausrichtung enorm beliebte Wand ist nahezu verwaist. Nur wenige einheimische Seilschaften nutzen die Gunst der Stunde diese leider so oft überlaufenden Klassiker ohne Staugefahr zu klettern.




Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Es sind kaum Auto- und Motorradfahrer unterwegs, die Straßen wie leergefegt. Die Ruhe in der Wand ist nahezu gespenstisch. Ein ganz neues Gefühl am Ciavaces das dank des noch gültigen Reiseverbotes aufgrund der Coronakrise möglich ist.



Wir haben uns die Schubert vorgenommen. Den ursprünglichen Plan die Micheluzzi bis ganz nach oben zu klettern müssen wir verschieben. Die Wand ist im Bereich der Route beinahe noch ein Wasserfall. Die Schubert verläuft rechts der Micheluzzi und ist aufgrund der homogenen Schwierigkeiten und der begeisternden Kletterei sehr beliebt und weitum bekannt. In der ersten Seillänge spürt man das anhand einiger doch schon etwas abgegriffenen Passagen. Nach oben hin wird es jedoch besser und besser und stört überhaupt nicht mehr.



Auch die Schubert ginge nach dem Gamsband noch weiter, allerdings ziehen auch hier zwei dicke Wasserstreifen über die Wand.



Zudem eignet sich die Route auch als Abseilpiste falls auf dem Gamsband noch zu viel Schnee liegen sollte und ein Abstieg zu Fuß nicht möglich ist. Achtung auf die Eiszapfen die bei steigenden Temperaturen herabfallen. Auch rechts neben der Route hängen einige Zapfen die zu ungemütlichen geschossen werden können sobald sie durch die wärmende Sonne in Bewegung versetzt werden. Hier sollte man lediglich nicht am Einstieg herumstehen, in der Route ist man davon eigentlich sicher.


Topo: Ciavaces - Schubert (VI-)


Quelle: Klettern in Gröden und Umgebung - Band 1 (Mauro Bernardi)


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Tags: Alpinklettern, Südtirol, Dolomiten, Sella, Piz Ciavaces, Südwand, Gröden, Schubert, Topo


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