Fünffingerspitze - Normalweg (III+)



Steht man am Sellapass und lässt seinen Blick in Richtung Langkofel schweifen befindet sich zwischen dem Hauptgipfel des Massivs, ganz rechts und der Grohmannspitze, ganz links die Fünffingerspitze. Mit etwas Fantasie erkennt man rechts den Daumen, gefolgt vom Zeigefinger und dem Mittelfinger als höchsten Punkt. Danach wird es etwas unübersichtlich, da es dann doch mehr als 5 Finger werden mit den kleineren Türmchen die in Richtung Grohmann eher für eine Hand mit 7 Fingern sorgen. Aber dieses steile und schmale Stück Fels fällt sofort ins Auge.



Steht man so da und lässt den Blick dem Routenverlauf folgen, der gleich hinter der Toni Demetz Hütte zunächst über 4 steile Seillängen beginnt, danach kurz durch leichteres Gelände bis in die Scharte zwischen Daumen und Zeigefinger führt und von dort wieder links in die steile Wand bis zum Gipfel verläuft, kann man sich kaum vorstellen, dass die Route den Schwierigkeitsgrad III+ nicht übersteigt. Sowas gibt es wohl nur in den Dolomiten.



Die Kletterei ist kurzweilig und ordentlich steil in Anbetracht der angegebenen Schwierigkeit, jedoch immer an großen Griffen und Tritten. Eine Tour, die für den Einstieg in das Alpinklettern kaum spektakulärer sein könnte und von den bereits erwähnten steilen Wandbereichen, über ausgesetzte Querungen, Passagen im kurzen Seil, sogar einen Durchschlupf unter einen großen eingekeilten Steinbrocken sowie luftige Abseilerei im Abstieg alles zu bieten hat.



Zudem kann für jene die den vollen Genuss bevorzugen der Auf- und Abstieg mit der interessanten Langkofelbahn erfolgen und somit gilt es tatsächlich lediglich 5 Minuten Zustieg für den vollen Klettergenuss zu absolvieren. Das Ambiente inmitten des Langkofelmassivs und die Ausblicke auf Marmolada, Civetta, Geißler, Sella und Co. tun ihr übriges.





Es besteht auch die Möglichkeit die Tour zu verlängern und zunächst über die ausgesetzte Daumenkante (IV) auf den Daumen zu klettern und hinten in die Scharte zu seilen, wo man wieder auf den Normalweg trifft und weiter auf den Mittelfinger klettert. Der Abstieg erfolgt dann gleich wie jener des Normalweges.





Einzig sollte die Tour nicht bei windigem und kühlen Temperaturen in Angriff genommen werden. Die Lage in der Scharte und die ausgesetzten Gipfel sorgen dafür, dass es dann recht ungemütlich und kalt wird auf der Fünffingerspitze.



Topo: Fünffingerspitze - Normalweg (III+)


Quelle: Klettern in Gröden und Umgebung - Band 1 (Mauro Bernardi)

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Tags: Alpinklettern, Gröden, Dolomiten, Langkofel, Fünffingerspitze, Normalweg, Topo

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