Gran Paradiso (F+)



Er ist der höchste Berg der Grajischen Alpen und gleichzeitig das höchste komplett auf italienischem Gebiet stehende Massiv. Knapp über 4000 Meter hoch liegt er inmitten eines Nationalparks und ist außerdem ohne große technische Schwierigkeiten zu besteigen. Ein ideales Ziel für unsere Jugendgruppe vom Alpenverein, um einige neugierige auf den Geschmack von Hochtouren zu bringen.




Zu 12. starten wir in aller Herrgottsfrüh in Südtirol, um nach knapp 6 Stunden Fahrt bei Pont im Aostatal aus den Autos zu steigen und uns zunächst mal ordentlich zu strecken. Gemütlich legen wir die 1.000 Höhenmeter bis zur Vittorio Emanuele II Hütte zurück und deponieren hier den größten Teil unserer Ausrüstung (2h ab dem Parkplatz).



Nach einer kurzen Rast auf der Hütte steigen wir die abgeschliffenen Steinplatten unterhalb des Ghiacciaio di Montcorvé empor und erreichen diesen kleinen und spaltenarmen Gletscher unterhalb der La Tresenta. Unserem Gipfelziel für heute. Wir queren ein paar Schneefelder und finden uns in einem steilen Blockgelände wieder. So gut es geht versuchen wir den Wegspuren und Steinmännern zu folgen, kaum sind wir abseits des Weges ist alles worauf wir steigen locker. In der brütenden Mittagshitze erreichen wir nach 2,5 Stunden den 3.609 Meter hohen Gipfel.




Das Wetter und die Temperaturen sind unglaublich angenehm für diese Höhen. In kurzen Ärmeln liegen wir lange in der Sonne und genießen diesen Augusttag in vollen Zügen. Beim Abstieg lassen wir es uns nicht nehmen den Gletschersee direkt am Rande der Eisflächen, den wir vom Gipfel aus erspäht haben, für einen schnellen „tuffo“ mitzunehmen. Ganze 5°C messen wir als Wassertemperatur, eine willkommene Abkühlung an solch heißen Tagen.



Zurück Auf der Hütte machen wir es uns auf der Terasse bequem und chillen weiter. Dabei schauen wir amüsiert die Runde und beobachten, wer am nächsten Tag ebenfalls den Gran Paradiso in Angriff nimmt. Einige Bergführer geben noch letzte Crashkurse im Klettergurt anziehen und Steigeisen montieren. Das Abendessen auf der Hütte ist zwar richtig lecker aber die Portionen nicht wirklich auf Bergsteiger abgestimmt. Nachschlag Fehlanzeige.



Sonntag früh klingelt um halb 4 der Wecker. Leicht verkatert von den vielen Génépy, einer Likörspezialität des Aostatales, die wir am Vorabend noch genossen haben, frühstücken wir und starten als eine der letzten Gruppen hinaus in den anbrechenden Tag. Trotz der frühen Uhrzeit gehen wir in T-Shirts und kommen rasch bis an den Gletscherrand, der ein Tal weiter links (in Aufstiegsrichtung) von der Hütte liegt. Hier montieren wir unsere Steigeisen und seilen uns an.




Gleich zu Beginn gilt es einen steileren Hang zu meistern, der sich danach wieder zurücklegt und nicht mit dem oberen Gletscher zusammenhängt. Deshalb gilt es nochmal eine kurze Steinpassage mit großen Blöcken zu meistern um wieder in einen steileren Eishang zu gelangen.



Dann wird das Gelände wieder flacher und wir erreichen den Eselsrücken (Schiena d´Asino), hier würde auch ein weiterer Weg vom spaltenreichen Gletscher und dem Rifugio Chabod heraufführen. Weiter geht es immer in einfachem Gelände hinauf bis zur Randspalte. Diese ist heuer ziemlich groß und mittels einer Leiter entschärft. Es geht noch kurz über den letzten Eishang bis wir auf Fels stoßen.



Der Gipfel ist nicht mehr weit, es gibt jede Menge neue Sicherungsnasen und der große Ansturm und Staugefahr auf dem Gipfel wurde entgegengewirkt. Man steigt nun links unterhalb der Madonna vorbei und klettert von hinten über Eisenstifte auf den Gipfel. Über den „alten“ Weg mit der luftigen Querung gelangt man wieder zurück.



Der Abstieg erfolgt danach einfach exact entlang der Aufstiegsroute zurück zur Hütte und von dort weiter ins Tal bis nach Pont. Insgesamt eine einfache Tour und ein perfekter Einstig in die Welt der 4000er. Jedoch definitiv als Skitour mehr zu empfehlen als im Sommer rauf und alles wieder runter zu hatschen.




Topo Gipfelbereich Gran Paradiso:


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Gran Paradiso
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