Großglockner - Stüdlgrat (AD/III+)

Hohe Tauern

Der Stüdlgrat in den ersten Sonnenstrahlen

Bereits am Tag vorher klingelte der Wecker um 2 Uhr früh als wir die Wilde Leck in Angriff genommen hatten. Über den Alpinismus fluchend ging´s es aber erneut um diese Uhrzeit aus dem Bett. Wissend dass sich die Überwindung wieder einmal auszahlen wird.

Sonnenaufgang auf dem Teischnitzkees unterhalb des Stüdlgrates

Mit etwas schweren Beinen marschierten wir die 850 Höhenmeter vom Lucknerhaus zur Stüdlhütte noch im Finstern. Dort setzten wir uns erstmal in den warmen Schuhraum und holten das Frühstück nach. Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen und mit gefühlt tausend anderen machten wir uns auf zum Gipfel. Zum Glück trennt sich der Weg der Normalweganwärter und jener des Stüdlgrates gleich nach 20 Metern. Somit waren es etwas weniger die ebenfalls den Stüdlgrat im Visier hatten.


Großglockner - Stüdlgrat

Unser Vorteil dass wir bereits gut aufgewärmt waren durch den Zustieg vom Parkplatz, so gelang es uns noch einige Seilschaften zu überholen. Am Gletscher trafen wir dann zwei bekannte Gesichter: Alex und Andrea – beide waren bei der Südafrika Reise dabei.





Nach der Querung des Gletschers ging es endlich los mit der viel gerühmten Kletterei am Stüdlgrat. Wir hatten vor uns freie Fahrt und kamen zügig voran. Der Grat ist ein wahrer Genuss und bestens mit Sicherungsmöglichkeiten ausgestattet – dank der vielen Begehungen von Bergführern mit ihren Kunden. Am Frühstücksplatz liefen wir dann auf eine Osteuropäische Seilschaft auf, welche uns netterweise gleich passieren ließ. Doch wenig später war endgültig warten angesagt. An der Kanzel hingen mehrere Seilschaften hinter einer weiteren Seilschaft aus Osteuropa fest. Das sonnige Wetter machte es aber sehr angenehm und so genossen wir das gemächliche Tempo und hatten Zeit für Fotos und Plaudereien mit drei Pusterern die vor uns kletterten.

Ein Traumwetter am Stüdlgrat

Die Bedingungen waren phantastisch. Ohne große Probleme und Schwierigkeiten erreichten wir den Gipfel. Dort herrschte reges Treiben und wie so häufig am Großglockner staute es im Felsteil des Normalweges ganz ordentlich. Es ist ein ungutes Gefühl, sich zwischen den vielen Menschen am Grat durchzuschlängeln. Immer hoffend dass keiner einen Blödsinn macht. Kein Wunder dass hier immer wieder Unfälle passieren.


Stau auf dem Großglockner Normalweg

Ein paar Superschlaue wollen es dann noch wissen und probieren den Abstieg im Eis bis zur Erzherzog Johann Hütte ohne Steigeisen. Mit einigen blauen Flecken und nach einer unsanften Rutschpartie über den harten Untergrund wird dann doch der Rucksack geöffnet und siehe da: Steigeisen kommen zum Vorschein.




Auf der Erzherzog Johann Hütte werden nur mehr die Bergführer mit Bier versorgt. Es ist der letzte Tag der Saison und das Meiste bereits abtransportiert. Erst als wir den richtigen Mann fragen, vermutlich der Koch der Hütte, bekommen auch wir ein paar Bier um auf diesen super Tag anstoßen zu können.

Blick zurück zum Gipfel des Großglockner - links der Stüdlgrat


Karte:

Quelle: Himmelsleitern (Ralf Gantzhorn)


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Großglockner
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Tags: Hochtour, Österreich, Ostalpen, Himmelsleiter, Großglockner, Stüdlgrat

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