Königsspitze - Ostrinne



Für mich persönlich eine der schönsten Skitouren in Südtirol ist eindeutig die Ostrinne der Königsspitze. Zum einen geht sie auf den formschönsten Berg den wir haben und hat mit durchschnittlich 40° über weite Strecken eine ideale Steilheit zum Skifahren. Abgerundet durch einen ausgesetzten Gipfel in atemberaubender Landschaft ist diese Tour immer wieder ein unvergessliches Erlebnis.



Start wie immer sehr früh morgens in Sulden. Die Ausrichtung der Rinne nach Osten, gepaart mit ihrer Steilheit sollte für jeden Grund genug sein bereits beim Mittagessen mit einem großen Weizen bei der Schaubachhütte zu sitzen und die Aussicht auf die Königsspitze, mit frontalem Blick auf die gerade befahrenen Ostrinne, zu genießen.




Zunächst über die Piste, vorbei an der Mittelstation, geht es bei ca. 2300 mt. Höhe nach rechts über die Moränen bis direkt unter die Ostrinne. Erst das letzte Stück bis in die Rinne wird ordentlich steil. Sobald man die Steigeisen montiert und die Ski auf den Rucksack schnallt, hat man bereits knapp 1000 Höhenmeter hinter sich gebracht. Es fehlen noch rund 900 bis zum Gipfel.









Irgendwo in der angenehm zu stapfenden Rinne geht die Sonne in unseren Rücken auf und taucht die Landschaft in ein atemberaubend schönes Licht. Spätestens jetzt wissen wir alle, dass sich das frühe Aufstehen, der Start um 2 Uhr morgens in Klausen und die lange Fahrt bis Sulden gelohnt hat.


Am Ausstieg der Rinne montieren wir wieder die Skier. Nach der kurzen Linksquerung wird der Hang wieder steiler und breiter. Meist noch gut mit Skiern zu begehen gelangt man auf ein flacheres Stück unterhalb des steilen Gipfelhangs. Spätestens hier wechselt man wieder auf die Steigeisen und gelangt über den Gipfelgrat bis zum Gipfel mit seiner berühmten Baracke, die direkt oberhalb der Nordwand thront.





Bei guten Verhältnissen kann ein sicherer Skifahrer direkt vom Gipfelkreuz mit den Skiern starten. Bei meinem ersten Mal auf der Königsspitze mussten wir jedoch einen Beinaheabsturz eines Österreichers über die Nordwand mitansehen der sich gerade noch rechtzeitig halten konnte nach einem Sturz auf dem Grat.



Die restliche Abfahrt ist bei guten Schneeverhältnissen wie wir sie vorgefunden haben ein wahrer Genuss. Immer vorausgesetzt man fühlt sich in einer Steilheit von 40° wohl auf zwei Brettern. Stürzen sollte man an einigen Stellen zwar besser nicht, aber mit etwas Konzentration und einem defensiven Fahrstil kommt jemand der sich die Königsspitze zutraut sicher wieder runter und das am besten nicht mit der Lawine um 12 Uhr Mittag.


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Tags: Skitour, Südtirol, Ortlergruppe, Königsspitze, Ostrinne

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