Langkofel - Pichl (IV)

Dolomiten – Lankofelgruppe

Ein Traum aus Fels - das Langkofelmassiv

Aus irgendwelchem Grund wache ich auf. Verwirrung. Ich sitze in einem Auto. Draußen ist es stockfinster. Die Scheinwerfer leuchten in eine weiße Wand. Nebel. Ich war aufgewacht weil das Auto stehengeblieben ist. Nur ganz langsam erinnere ich mich. „Wo seimo?“ Frage ich Stefan. „Sellapass.“ Aha. ...Genau. Stimmt. Jetzt ist alles wieder da: Heute steht der Langkofel auf dem Plan. Eine Tour von der ich schon lange den Wunsch hatte sie zu klettern. Genauer gesagt: Seit dem Tag, als ich mir den ersten Kletterführer von Bernardi kaufte. Es ist die längste Route in diesem Buch. Damals war der Gedanke die Pichl irgendwann zu klettern noch weit weg. Aber heute ist es endlich soweit.

Sonnenaufgang oberhalb der Comicihütte und unter der Nordostwand des Langkofel

Nach einem langen Sommer voller Hochtouren waren wir beide nicht in Kletterhöchstform. Deshalb haben wir uns für diese Route entschieden. Es sollte ein genüsslicher Tag in einer langen Tour werden. Ungetrübter Sonnenschein über den ganzen Tag war vorhergesagt. Jetzt auf dem Parkplatz können wir keine 2 Meter sehen.

Mystische Stimmung kurz vor Sonnenaufgang als sich der Nebel lichtet

Wir starten Richtung Comicihütte. Schon das herausfinden aus dem Parkplatz und auf den richtigen Weg ist bei null Sicht nicht mal so einfach - und der Weg zur Comicihütte ist eigentlich alles andere als schmal oder schwierig zu finden. Erstmal auf dem Weg ist es bis zur Hütte dann kein Problem. Hier wissen wir dass wir einfach links abbiegen müssen und über Wiesen und etwas Geröll zur Wand aufzusteigen haben. Eigentlich unmöglich die Wand zu verfehlen. Irgendwo muss diese Wand sein. Plötzlich lichtet sich der Nebel und wir stehen direkt unter der 1000 Meter hohen Nordostwand des Langkofel.

Plötzlich stand sie vor uns: Die 1000 Meter hohe Wand des Langkofel



Ein atemberaubender Anblick. Vor allem weil wir nur wenige Meter davor gestanden hatten und absolut nichts von einer Wand sehen konnten.




Klettern in der Pichl - ein wahrer Genuss

Endlich mit klarer Sicht hatten wir den vollen Durchblick und den Einstieg schnell gefunden. Ich startete los und wir kletterten gleich mal die ersten 10 Seillängen am Stück. Dann war das Material fertig und wir wechselten die Führung. So ging es dann in 3 langen Seillängen bis zur Schlüsselstelle.





Klettern in der Pichl - ein wahrer Genuss

Ein Traum aus Fels - das Langkofelmassiv

Ein richtig knackiger IVer. Sogar für Dolomitenbewertungen. Nach den beiden schweren Seillängen kletterte Stefan noch die restlichen nach oben bis zur kurzen Abseilstelle. Wir seilten ab, nahmen die Seile auf und kletterten die restlichen Höhenmeter zum Gipfel. Was für ein Ausblick. Was für ein Panorama. Was für ein Wetter. Was für eine genüssliche Tour. Es passte einfach alles.



Das Langkofel Biwak

Das Suchen des etwas verzwickten Abstieges erledigte sich für uns, da wir einfach denen folgten, die über den Normalweg schon zum Gipfel gekommen sind und den Wegverlauf bereits bestens kannten.

Das Gesicht passend zum Tag ;)

So schafften wir es pünktlich zur letzten Talfahrt zur Seilbahn und genossen den Blick zurück auf dieses wilde und beeindruckende Massiv und kehrten von der Ruhe des „Langkofelherzes“ zurück in den Trubel und den Lärm am Sellapass.

Am Gipfel des Langkofel


Topo: Langkofel - Pichl (IV)



Abstieg über den Langkofel Normalweg:

Topo: Langkofel Normalweg (oberer Teil):

Topo: Langkofel Normalweg (unterer Teil):

Quelle: Klettern in Gröden und Umgebung (Band 1)


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Tags: Alpinklettern, Italien, Dolomiten, Gröden, Langkofelgruppe, Langkofel, Pichl

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