• andreas0102

Weisskugel - Skitour


Skitour, Skihochtour, Südtirol, Schnals, Weisskugel

Zwei Tiefdruckgebiete hintereinander haben die Berge über Südtirol in ein weißes Kleid getaucht. Es ist Ende Oktober, für einige Tage herrschten hochalpin bereits beste Skitourenverhältnisse. Die Klassiker - für all jene, die es kaum erwarten können ihre Tourenski anzuschnallen - wie Marmolata, Suldenspitze sowie dem Zuckerhütl von Stubai aus werden entsprechend gut besucht. Hauptsache hoch genug starten lautet die Devise, dann gibt es eine ordentliche Schneeunterlage.


Skitour, Skihochtour, Südtirol, Schnals, Weisskugel

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Unser Plan ist es, von Schnals, auf 2.000 Meter ü.M. zu starten und über die Skipisten des Gletscherskigebietes bis auf das Teufelsegg zu steigen, von dort auf den "Hintereisferner" abzufahren und weiter auf die Weisskugel zu gehen. Ein ordentlicher Ausdauertest gleich zu Beginn der Skitourensaison. Am Ende wird unser Track 2.400 Höhenmeter sowie knapp 20 Km Strecke anzeigen.


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Wir erwarten deshalb, dass auf dieser Tour nicht viel los sein wird. Sehr viel mehr Skitourengeher würde man hier treffen, sobald der Sessellift "Teufelsegg" in Betrieb ist. Damit kann man sich über 1.000 Höhenmeter Aufstieg sparen.


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Die Hoffnung, dass wir auf der Talabfahrt von Grawand nach Kurzras zumindest eine zusammenhängende Schneedecke vorfinden, müssen wir am Parkplatz wieder vergraben. Zu warm waren die Temperaturen in den letzten Tagen. Bei einer Null Grad Grenze auf 3.300 Metern jedoch auch kaum verwunderlich. So schnallen wir unsere Skier zunächst auf den Rucksack und steigen die ersten 200 Höhenmeter über die Skipiste zu Fuß auf. Dann endlich das, was wir uns für den unteren Teil der Pisten bereits erhofft hatten: Die Schneekatzen haben den Neuschnee angefahren und präpariert.


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Nur kurz kommen wir in den den Genuss dieser bestens präparierten Skipiste, an der Teufelsegghütte auf 2.430 Metern verlassen wir diese auch schon wieder, denn es geht links hinauf in Richtung Teufelsegg. Hier gibt es keine Beschneiungsanlagen und der Hang ist nach Südosten ausgerichtet, dementsprechend mager schaut es mit dem Schnee aus. Aber es gibt zumindest eine zusammenhängende, wenn auch nur sehr dünne Schneeunterlage und wir können die Ski anbehalten. Bald stehen wir am Teufelsjoch, überqueren das Teufelsegg und nehmen die erstbeste Möglichkeit über die nördliche Flanken hinunter auf den "Hintereisferner" zu fahren.


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Wieder auffellen und weiter geht es über eine wunderschöne und tief verschneite Gletscherwelt in Richtung Weisskugel, die direkt vor uns liegt. Es könnte kaum etwas schöneres geben, als inmitten dieser extrem weitläufigen Landschaft komplett allein unterwegs zu sein und die ersten Spuren in den Schnee zu ziehen. Genau so haben wir uns das erhofft.


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Wir steigen über den gleichmäßig ansteigenden Hang in Richtung "Hintereisjoch" und lassen die Langtaufererspitze dabei rechts liegen. Wir sind bereits auf knapp 3.400 Metern Höhe. Langsam machen sich die Oberschenkel bemerkbar, die solche Touren eigentlich lieber gegen Ende der Saison machen würden. Doch das Wetter, die Kulisse und unsere motivierte 3er Gruppe machen das bei weitem wieder wett. Gleichmäßig gewinnen wir immer weiter an Höhe.


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Wir lassen das "Hintereisjoch" hinter uns, wechseln auf die Südwestseite des Berges und haben noch einen letzten steileren Hang zu bewältigen (ca. 35°). Wieder flacher werdend steuern wir direkt auf den kurzen Gipfelgrat zu. Auf 3.700 Metern errichten wir am Beginn des Grates unser Skidepot und tauschen die Bretter gegen die Steigeisen. Gerüstet mit einem Eispickel in der Hand wühlen wir uns über den tiefst verschneiten Grat in Richtung Gipfel.


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Der Grat ist nie wirklich schwierig. Einzig das freiwühlen der Griffe und Tritte braucht etwas Zeit. Doch wir haben sowieso keine Eile und genießen die kurze, genussvolle "Kletterwühlerei" in vollen Zügen. Den Gipfel stets im Blick. Der Grat könnte definitiv noch eine Weile so weitergehen, doch das vergnügen ist nur von kurzer Dauer und schon stehen wir auf Südtirols vierthöchstem Gipfel (Nach dem Ortler, der Königsspitze und der