Zauberflöte M9(M5-A0)/WI6


Die Zauberflöte im Langental

Nachdem ich bereits einige Tage zuvor mit Florian am Einstieg der Zauberflöte im Langental gestanden hatte mussten wird wir das Ganze damals aber nach wenigen Metern als sinnlos betrachten. Die Temperaturen waren einfach zu eisig. Damals zogen wir dann weiter und kletterten La Piera. Jetzt einige Tage später war es etwas angenehmer, zwar nach wie vor kalt, aber die Bedingungen erlaubten einen erneuten Versuch.

Die erste Länge erfordert einiges an Schmalz in den Ober- und Unterarmen

Zusammen mit Hannes und Stefan, der für die tollen Fotos verantwortlich war, wanderten wir erneut ins Langental und hinauf zur Zauberflöte. Am Tag zuvor war die oberste Säule zusammengebrochen. Uns war das recht, war sie doch in diesem Jahr sowieso nicht kletterbar und dank des Einsturzes war die Gefahrenquelle eliminiert.

Ein Eiskletterfoto der Extraklasse - Danke Plank Stefan

Die erste Seillänge welche mit dem Schwierigkeitsgrad M9 bewertet ist zeigte uns allen 3 gleich mal die Grenzen der Freikletterei dieses Schwierigkeitsgrades auf. Das freie Erklettern dieser ersten Seillänge erfordert deutlich mehr Kraft und Körperspannung als ich mir gedacht habe. Zumindest kann diese Seillänge auch technisch geklettert werden und der Schwierigkeitsgrad sinkt damit auf M5, was ehern im Bereich unsere Mixedkletterfähigkeiten liegt.

Mit ordentlich Luft unterm Hintern

Die zweite Seillänge war ein wahrer Genuss im Eis. Aufgrund der zahlreichen Begehungen in diesem Jahr gut eingepickelt und maximal mit dem Schwierigkeitsgrad WI5 zu bewerten stellte uns diese Länge vor keine Probleme.

Die steile und röhrige dritte Seillänge

Ganz anders präsentierte sich die dritte Seillänge. Nach einigen einfacheren Metern wurde das Eis senkrecht, und es galt ein kleines Dach zu überklettern. Das Eis war hier auf 15 Meter extrem röhrig und nicht abzusichern. Hannes erkannte links oberhalb des Daches einen Bohrhaken im Fels und entschied sich einen Versuch zu starten. Er kletterte am Limit und als er fast an diesem Bohrhaken war dachte er dieser sei mit einer Eisglasur überzogen und damit nicht zu gebrauchen. Das stellte sich jedoch als Irrtum heraus und er konnte ihn mit letzter Kraft clippen.


Hinter uns folgte eine starke Seilschaft aus Tiers. Wir seilten gemeinsam über die 3 Längen wieder ab. Zu allem Überfluss lies sich das Seil der beiden Jungs aus Tiers nicht mehr abziehen. Kurzerhand beschlossen sie die beiden ersten längen nochmal mit dem verbliebenen Halbseil zu klettern um das Zweite zu befreien. Hut ab vor dieser Leistung.




Topo: Zauberflöte (M9(M5A0)/WI6)


Quelle: Eisklettern Südtirol - Dolomiten (Panico Verlag)

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Tags: Eisklettern, Südtirol, Dolomiten, Langental, Zauberflöte

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